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Box
2/02
Serie: Die schönsten Weinkeller
Weingut Sattlerhof
Zeitgemäße
Architektur erobert die Weinwelt. Box-Redakteur besuchte den

Im Land der großen Weine
gehören auch die Weinkeller zum Showbiz und der Sattlerhof
in Gamlitz ist wie geschaffen für einen spektakulären
Auftritt. Und das in zweierlei Hinsicht, bietet er doch viele
Wege zum Genuss. Zum einen mit dem Zwei-Hauben-Restaurant
und Genießerhotel von Hannes und Gabi, zum anderen mit
dem Weingut von Willi und Maria Sattler.

Die zwei Familien arbeiten auf
höchstem Niveau und die beiden Brüder lernten das
von ihrem Vater, der beizeiten das Image des Betriebes kultiviert
hat. Wilhelm Sattler war einer der Pioniere, der bereits in
den siebziger Jahren seine Weine klassisch-trocken ausbaute
und so Wegbereiter einer neuen Ära im steirischen Weinbau
wurde. Dem Qualitätsdenken und dem Erbe des Vaters fühlt
sich Willi Sattler nach wie vor verpflichtet, wenngleich heute
andere Maßstäbe gelten als einst. So keltert der
vierfache Familienvater nicht nur „Steirische-Klassik“-Weine,
die er mit einem Maximum an Fruchtigkeit und Frische in die
Flasche zieht, seine Königsdisziplin ist ein voluminöser,
reifer Weintyp, der immer eine große Zukunft vor sich
hat. Solche Weine werden im Sattlerhof lagenrein ausgebaut,
nach der Gärung einem biologischen Säureabbau unterzogen
und in Barriques oder im großen Holzfass ausgebaut.
Die hohe Qualität der Weine
erfordert aber nicht nur physiologisch perfekt ausgereifte
Trauben, sondern auch ein dementsprechendes Know-How und Feeling
des Weinbauern. Willi Sattler besitzt beides. Ein Faktum,
das zu einer besonders hohen Motivation aller Mitarbeiter
beiträgt und den unbedingten Willen fördert, immer
etwas weiter zu bringen. Das zeigt auch der neue Weinkeller,
das jüngste innovative Herzstück am Sattlerhof.
Die Architektur bildet die perfekte Synthese aus klassischer
und moderner Baukultur, die in Verbindung mit zeitgemäßen,
realistischen Tendenzen immer noch mit vergangenen Idealen
kokettiert. „Ein tradionelles Haus mit modernem Interieur“,
so Architekt DI Abel. Bis zur Feuerprobe mit dem Jahrgang
2001, der ersten Ernte im neuen Weinkeller, gingen zwei Jahre
intensiver Planung und eine Bauphase voran, die es im wahrsten
Sinne des Wortes in sich hatte. Ein ganzer Berg wurde abgetragen,
rund 15.000 Kubikmeter, der tiefste Punkt erreichte 22 Meter.
Die Erdschichten schienen dabei unüberwindbar, es musste
gesprengt werden. Und das in einem Bereich, der unmittelbar
an das Restaurant grenzte. „Die Statiker hatten bereits
die Nerven weggeschmissen, die bauausführende Firma Pichler
rettete das Bauprojekt mit ihrer Erfahrung und Routine.“
131.000 kg Bewehrungsstahl wurden insgesamt eingebaut, 1483
m3 Beton verbaut, der ganze Neubau nach ökologichen Gesichtspunkten
errichtet und dabei eine effektive Wärmerückgewinnung
mit berücksichtigt.
Der Edelstahl- und Barriquekeller
sind voneinander getrennt und der Winzer lobt vor allem die
Funktionalität der gesamten Neuanlage. Man ist fasziniert
von der Verbindung High-Tech und Naturkräfte, vom Spiel
der Formen, man entdeckt mitunter stille Winkel, pittoreske
Ansichten und schätzt umso mehr die hohe Qualität
der Sattler-Weine. Die verbindet am nachhaltigsten.
Fotos: Lantschbauer
www.sattlerhof.at
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