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design für wein
Die schönsten Weinkeller:
box-Redakteur Henry Sams besuchte diesmal das Weingut
Sebastian Lerchl in Sernau bei Gamlitz.
 Ein Bayer auf Abwegen – als ehrgeiziger Bauherr hat
Dipl.-Ing. Sebastian Lerchl aus München eine neue
Bastion des Weins in die reizvolle Landschaft der Südsteiermark
gesetzt. Mit seinem Weingut „Terra Gomeliz“ als gebaute
Vision schreibt der junge Önologe in Gamlitz-Steinbach
ein neues Kapitel Weingeschichte. Denn während
die heimischen Winzer von den Substanzen ihrer Vorväter
profitieren, ist Sebastian Lerchl ein absoluter Quereinsteiger.
Aus der Fülle jener Randbedingungen, die – neben
eigenem Pioniergeist, Know-How, Perfektionismus und
dem nötigen Bargeld – für solch eine Dynamik
mitentscheidend ist, ragt bei Sebastian Lerchl eine
weit hervor: seine Liebe zum steirischen Wein. Der Önologe
hat das Handwerk in der deutschen Weinbau-Kaderschmiede
in Geisenheim gelernt und absolvierte sein Praktikum
im Weingut von Alois und Ulrike Gross in Ratsch an
der Weinstraße. Von da an ließ in der tiefe
Süden Österreichs nicht mehr los.
 Sebstian Lerchl hat gemeinsam
mit dem Architektenduo Albertoni innerhalb von kurzer
Zeit sein neues Imperium geschaffen. Die Architektur
von Terra Gomeliz, der Name stammt aus dem Slawischen,
vereint Funktion und Ästhetik
und wird eindrucksvoll zur Bühne für den
Wein. Den größten Anteil bei der Planung
des neuen Weingutes bildeten bei Dipl.-Ing. Lerchl
klare Vorstellungen, die aus der Kellerproduktion stammen: „Der
Weinkeller wurde exakt nach meinen Ideen, nach ökologischen
Gesichtspunkten errichtet, die Architekten mussten
ihn dann nur mehr verkleiden, also alles andere rundherum
planen und bauen.“ Die Anlage nutzt die Schwerkraft
der Erde aus. Die Trauben kommen nach dem Rebeln ohne
Pumpen direkt in die Presse, der Most anschließend
auf die gleiche Weise in die darunter liegenden Entschleimtanks,
ehe er je nach Ausbauart weiterverarbeitet wird.
 Bei der Produktion von Rotwein
setzt Dipl.-Ing. Lerchl neue Trends im alten Stil
und investierte in neue hölzerne
Gärständer nach französischem Vorbild. „Diese
Gärständer ermöglichen es, die Mazeration
bei einer höheren Temperatur beizubehalten. Dies
führt zu einer bemerkenswerten Verbesserung der
Tannin-Extraktion.“ Weiß- und Rotweine werden
je nach Rebsorte unterschiedlich ausgebaut. Im Eigenertrag
stehen derzeit 4,7 Hektar, an Pachtflächen 3 Hektar
und zusätzlich wird die Ernte von 12 Hektar Rebfläche
zugekauft. Vinifiziert werden zwei Weinlinien. Die
Top-Qualität kommt als Terra Gomeliz auf den Markt,
während die zweite Linie unter dem Namen Weingut
Marko firmiert. Bei seinen Weißweinen bleibt
der Winzer der steirischen Klassik verbunden, strebt
den fruchtigen, filigranen Typ an mit einer eleganten
Mineralik und reduzierten Säurestruktur. Ausgebaut
werden seine Weine sowohl im Edelstahl als auch im
großen Holz oder im Barrique. Hauptabnehmer von
Terra-Gomeliz-Weinen ist die gehobene Gastronomie vor
allem in Salzburg und im süddeutschen Raum.
Dipl.-Ing. Lerchl ist weiters
Hälfteeigentümer
an einem slowenischen Weingut, sein Know-How kaufen
sich aber auch weitere namhafte Betriebe in der Steiermark
und Niederösterreich zu.
www.lerchl.at |